Übersprungshandlung bei Pferden mit Timo Ameruoso

Vermeintliche Entspannung als Warnsignal erkennen

Wie ich Stress beim Pferd erkenne

Das Kompensationsverhalten eines Pferdes ist eng verwandt mit den Übersprungshandlungen. Das Kompensationsverhalten eines Pferdes kann aus dem Kontext heraus eindeutig als harmlos und neutral gewertet werden. Bei einer Übersprungshandlung ist das, bis auf wenige Ausnahmen anders. Eine Übersprungshandlung tritt meist in einem negativen Kontext in Verbindung mit Stress oder Abwehrmustern auf.

Innere Konflikte

Eine Übersprungshandlung weist immer auf einen inneren Konflikt des Pferdes hin. Bei einer Übersprungshandlung entstehen im System zwei entgegengesetzte Impulse. Diese Energie wird in einer Übersprungshandlung entladen. Beispiele für Übersprungshandlungen sind das Gähnen oder das Scharren. Es gibt Situationen in denen sich immer wieder Übersprungshandlungen beobachten lassen.  Zum Beispiel an der Aufstiegshilfe. Hat ein Pferd gelernt an der Aufstiegshilfe stehen zu bleiben, um seinen Reiter aufsitzen zu lassen, kann man häufig eine Übersprungshandlung, wie zum Beispiel Scharren oder Kopfschlagen, beobachten. Was hat diese Übersprungshandlung in diesem Kontext zu bedeuten?

Es ist nicht immer so wie es scheint

Die Antwort ist einfach. Das Pferd hat zwar gelernt an der Aufstiegshilfe stehen zu bleiben, damit hat das Pferd aber nicht automatisch gelernt, dass Reiten harmlos ist. Die Impulse, die nun im Pferd entstanden sind, sind einmal das Stehen bleiben, weil das Pferd das so gelernt hat und dann der Impuls wegzulaufen, also sich zu entziehen, weil Reiten als unangenehm oder als beängstigend empfunden wird. Es lassen sich somit eindeutig zwei entgegengesetzte Impulse identifizieren, die in der Übersprungshandlung entladen werden müssen.

Konditionierung als Ursache

Um das in der Praxis zu umgehen, muss man in der Vorgehensweise von der grundsätzlichen Konditionierung Abstand nehmen. Das bedeutet, dem Pferd keinesfalls beizubringen an der Aufstiegshilfe stehen zu bleiben, sondern die Vorgehensweise so anzupassen, so dass das Pferd von selbst dazu kommt, stehen zu bleiben.

Lösung

Um den Stress im Pferd abzubauen ist es zunächst wichtig auf die Konditionierung zu verzichten. Was das Pferd lernen muss, ist, dass das Satteln, Aufsitzen oder Reiten bedeutungslos sind. Das geht nur mit der sogenannten reduktiven Konvergenz. Das Thema reduktive Konvergenz wird in einem anderen Artikel ausführlicher behandelt. Mehr zu diesem und anderen Themen finden sie auch im Onlinekurs „5 Schritte zur maximalen Potenzialentfaltung.“

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