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Ist die Desensibilisierung unproblematisch?

Die Desensibilisierung wird immer dann genutzt, wenn das Pferd Probleme mit bestimmten Dingen hat. Unbestreitbar ist die Wirkung am Pferd. Pferde, die Probleme mit dem Sattel beispielsweise haben, dessen Abwehrverhalten lässt nach einiger Zeit der Desensibilisierung deutlich nach. Dieser Zustand, nicht mehr mit einem Abwehrmuster auf den Sattel zu antworten, bleibt in der Regel stabil. Was sich als Verhaltensänderung bei dieser Vorgehensweise noch beobachten lässt, ist ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Desinteresse.

Dramatische Auswirkungen

Dieses Desinteresse an der Umwelt nimmt mit zunehmender Desensibilisierung zu. Da sich dieser Zustand immer wieder beobachten lässt, bleibt nur der Schluss, dass sich diese Pferde entweder in einem dauerhaften Todstellreflex befinden oder die Pferde bereits beginnen dissoziatives Verhalten zu zeigen. Von außen lässt sich nicht klar sagen, in welchem Zustand sich solche Pferde befinden, aber alarmierend ist dieser Zustand so oder so. Sowohl der Todstellreflex als auch die Dissoziation sind für den Organismus höchst belastende Zustände. Das Pferd läuft bei längerem Andauern Gefahr sich immer weiter abzuspalten und innerlich zu zerbrechen. Was sich bei einigen Pferden ebenfalls beobachten lässt, ist die Zunahme von Übersprungshandlungen. Diese Übersprungshandlungen zeigen sich beispielsweise im Gähnen der Pferde oder plötzlichem Jucken.

Hohes Stresspotenzial

Was bei der Desensibilisierung vergessen wird, ist der hohe Grad des Stresspotenzials die aus der nahezu dauerhaften Annäherung resultiert. Dem Pferd werden zu wenige bis keine Reflexionsphasen gegeben, wodurch dem Pferd die Gelegenheit fehlt, den Sachverhalt verstehen zu können. Mit zunehmender Abstumpfung oder Desensibilisierung geht nicht gleichermaßen das Verstehen des Sachverhaltes mit einher. Bei der Desensibilisierung, wie es der Begriff schon sagt, geht es um Abstumpfung. Das wäre prinzipiell nicht schlimm, wäre nicht das enorm hohe Stresspotenzial, die diese Vorgehensweise mit sich bringt und das Pferd nach und nach, aber stetig in die Dissoziation treibt. Um einem Pferd klar zu machen, dass eine bestimmte Sache oder Situation ungefährlich ist, ist es notwendig, das richtige Timing im Rückzug anzuwenden und die Vorgehensweise auf der Wahrnehmung des Pferdes und seiner Reflexion aufzubauen! Wie eine solche Vorgehensweise funktioniert, lesen sie im Artikel der reduktiven Konvergenz und erfahren es im Onlinekurs „5 Schritte zur maximalen Potenzialentfaltung.“  

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