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Stangearbeit & Co – warum die Tipps von Physio und Tierarzt oft nutzlos sind

Ursachen kennen

Defizite im Muskelaufbau bei Pferden sind sehr weit verbreitet. Am meisten betroffen ist die Oberlinie. Allen voran ist der Trapezmuskel von Defiziten am häufigsten befallen. Gründe sind hier nicht nur unpassende Sättel, wie man oftmals fälschlicherweise annimmt. Auch bei einem noch nie gerittenen Pferd ist ein atrophierter Trapezmuskel häufiger zu finden als man allgemein denkt. Die Gründe für atrophierte Muskeln sind in erster Linie nicht Druck durch unpassende Sättel, sondern die durch den Druck eingenommene Schonhaltung des Pferdes. So lässt sich erklären, weshalb auch Pferde davon betroffen sein können, die noch nie in ihrem Leben einen Sattel auf ihrem Rücken hatten und trotzdem einen atrophierten Trapez beispielsweise entwickelt haben.

Wenn vorne der Muskel schwindet und der Muskel hinten zu geht

Da Schonhaltungen, für die Atrophie des Trapezes beispielsweise, verantwortlich sind und für Muskelverhärtungen an den Stellen, die den fehlenden Muskel versuchen zu kompensieren, kann das Defizit nicht einfach durch Stangenarbeit oder der Arbeit mit Cavallettis, im Falle der Oberlinie, behoben werden. Bleiben wir in diesem Artikel einmal beim Trapez, so zeigt die Praxis, dass die bisherigen Tipps vom Tierarzt oder Physio, das Pferd über Stangen laufen zu lassen, keine Wirkung zeigen. Im Gegenteil, die Gefahr, sein Pferd in eine Verspannung hinein zu trainieren ist nicht nur gegeben, sondern in vielen Fällen unvermeidbar bei dieser Vorgehensweise. Wenn der Trapez vorne schwindet, bildet sich an anderer Stelle Kompensationsmuskulatur, die die Arbeit des Trapezmuskels übernimmt. Da diese Kompensationsmuskulatur nicht für diese Aufgabe gemacht ist, kommt es zu Verspannungen, Verhärtungen oder sogar zu Entzündungen. Diese Kompensationsmuskulatur ist der Grund, weshalb die bekannten Vorschläge mit dem Training über Stangen oder Cavallettis nutzlos sind

Die Schonhaltung ist das Problem

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Ihr Pferd weiter laufen kann, obwohl ein Muskel atrophiert ist? Wie ist so etwas möglich? Entweder der Körper benötigt diesen atrophierten Muskel gar nicht, dann hätte er sich dessen schon längst durch die Evolution entledigt. Es muss also einen anderen Grund dafür geben, dass das Pferd weiterlaufen kann. Die oben genannte Kompensationsmuskulatur ist der Grund, weshalb das Pferd, auch mit einem völlig atrophierten Trapez beispielsweise, weiterlaufen kann. Das ist auch der Grund, weshalb die Tipps mit Stange und Cavalletti keine Wirkung zeigen. Da die Kompensationsmuskulatur die Arbeit übernommen hat, sonst könnte der Muskel gar nicht atrophieren, wird auch mit der Stange oder dem Cavalletti nur die Kompensationsmuskulatur trainiert. Das ergibt sich zwangsläufig. Der Trapez atrophiert deshalb, weil er nicht mehr arbeitet. Da das Pferd als Lauftier aber trotzdem weiterlaufen kann, übernehmen andere Muskeln die Arbeit, die der Trapez normalerweise machen würde.

Zuerst öffnen, dann ausschalten und dann aktivieren

Wenn Sie einen atrophierten Muskel oder ganze Muskelgruppen aufbauen möchten, also Ihr Pferd von Defiziten befreien möchten, müssen Sie zuerst die gesamte Muskulatur Ihres Pferdes ausschalten. Erst, wenn Sie die gesamte Muskulatur ausgeschaltet haben, haben sie auch die Kompensationsmuskulatur ausgeschaltet. Dieser Schritt ist notwendig, weil Sie bei Ihrem Pferd keine Muskelgruppen isolieren können. Es handelt sich bei der Leistungssteigerung des Pferdes immer um ein Ganzkörpertraining. Dieses Wissen, der Kompensationsmuskulatur oder Hilfsmuskulatur ist bereits ebenfalls im Kraftsport seit Jahrzenten bekannt, wird aber im Bereich des Pferdetrainings völlig vernachlässigt. Zu Beginn ist es entscheidend, sein Pferd nicht durch Stangen oder Cavalletti in die Verspannung hineinzutrainieren, deshalb muss sich der Rücken zuerst durch gezieltes Training wieder öffnen. Erst, wenn sich das Pferd freigelaufen hat, kann mit der nächsten Phase des Trainings begonnen werden.  Sie müssen jetzt den Körper Ihres Pferdes erst durch die Vorermüdungs- und Leistungsphase so ermüden, so dass in der Nachermüdungsphase nur noch die defizitären Muskelgruppen aktiv werden können, weil sie als einzige noch Kraft entwickeln können, da sie bisher nicht gearbeitet haben. Lassen Sie Ihr Pferd in der Nachermüdung dann über eine einzige, auf dem Boden liegende Stange laufen, können Sie zuschauen, wie in diesem Beispiel der Trapez wächst und einen Muskelbauch ausbildet. Die Stange in der Nachermüdung ist für die Oberlinie geeignet. Wichtig ist hier neben der Stange auf das Tempo zu achten. Der Körper des Pferdes muss optimal ausbelastet werden, um einen ausreichenden Reiz zu erhalten, damit der Körper in die sogenannte Superkompensation kommt. Mit der Stange Asta beispielsweise ist das Herausarbeiten von Trainingsdefiziten OHNE Verletzungsrisiko für Ihr Pferd möglich. Trainings- und Rehabilitationsstange „ASTA“ · Timo Ameruoso (timo-ameruoso.de) Befinden sich die Defizite woanders im Körper müssen andere Techniken, wie zum Beispiel die Beckenbeugung angewendet werden.

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