Die Geschichte von Sabine und Mogambo

Thema: Traumatisiertes Pferd

Ich war auf der Suche nach einem neuen Pferd für mich. Und so kam es, dass Mogambo im Oktober 2016 zu mir in den Stall kam. Er war schon sehr ängstlich mir gegenüber und auch von fremden Menschen hat er sich nicht anfassen lassen. Ich habe bestimmt so 30 – 40 Minuten gebraucht, bis ich das Halfter anlegen durfte. Sein Maul und seine Ohren konnte man wenn überhaupt nur mit viel Geduld anfassen. Ich muss dazu sagen, dass am Maul kein einziges Barthaar gewesen ist. Auch die Ohren sind komplett rasiert gewesen. Da war mir klar warum er sich nicht dort hat anfassen lassen. Auch in vielen anderen Situationen ist Mogambo sehr, sehr ängstlich und immer auf der Hut, dass man ihm was antun möchte. Er kann nicht viel Gutes erfahren haben und hat gelernt, wenn ich weglaufen kann ist es das Beste für mich. Und dass er seinen Reiter loswerden kann hat er 2-mail bei meiner damaligen Reitbeteiligung gezeigt und bei mir dann letztendlich auch. Leider bin ich so unglücklich gelandet, dass ich mir den 5ten Lendenwirbel angebrochen hatte. Nach vielem überlegen kam ich zu dem Entschluss Mogambo zurück zu geben (Ich hatte ihn von einem Händler gekauft). Ich war ihm halt nicht gewachsen und es hätte ja auch noch viel schlimmer ausgehen können. Es ist mir mit ihm einfach zu viel Negatives passiert. Bevor noch was Schlimmeres passiert ziehe ich lieber die Reißleine und muss Mogambo zurückgeben. So war eigentlich der Plan. Als ich im Krankenhaus lag hat sich eine Frau aus dem Stall um Mogambo gekümmert. Er hat ihr von Anfang an gut gefallen und sie hatte sich bereit erklärt Mogambo zu versorgen, so lange ich noch nicht wieder fit bin. Als ich dann nach Woche wieder in den Stall konnte hatte ich eigentlich erwartet, dass Mogambo wenn er mich sieht vor mir weglaufen würde. Und genau das ist nicht passiert.

Er kam zu mir und ist nicht mehr von meiner Seite gewichen. Er hat an mir herumgeschnüffelt, hat mich mit seiner Oberlippe überall berührt. Das war so ein unbeschreibliches Gefühl, ich wusste nicht was ich sagen sollte. Mein Mann meinte dann zu mir, ob ich mir sicher bin Mogambo weg zu geben. Ich konnte es nicht über mein Herz bringen. Er ist ein so feines sensibles Pferd, wenn ich ihn zurück geben würde er bestimmt ein Wanderpokal. Das hat er nicht verdient. Also habe ich im Internet versucht mich schlau zu machen wie man solch einem verkorksten Pferd helfen kann die Ängste zu verlieren.

Ich fasse mal zusammen: jegliche Geräusche (zum Beispiel das ratschen von einem Klettverschluss, oder das Klick beim Schließen des Reithelms) lösten in ihm Panik aus, wenn man drauf sitzt. Eine Jacke ausziehen undenkbar. Kommt ihm in der Halle ein anderes Pferd entgegen nimmt er reiß aus, in die Nähe eines Anhängers zu gehen war nur mit viel Geduld und Ruhe möglich. Verladen nur sediert. Er hat vor allem und jedem Angst gehabt.

Mit einer Trainerin habe ich eine kleine Tür zu ihm öffnen können. Sein eigentliches Problem konnte ich ihm aber nicht nehmen. Sein eigentliches Problem konnte ich ihm aber nicht nehmen.

So habe ich dann im Internet über Timo gelesen und dachte „Bingo, das ist der Mann den Mogambo und ich brauchen.“ Erst habe ich mir sein Buch „Seitenblicke“ gekauft. Beim Lesen ist mir klar geworden, dass ich diesen Timo Ameruoso hier brauche. So habe ich letztes Jahr einen Anamnesebogen ausgefüllt und im November letzten Jahres kamen Timo und Gloria dann zu mir in den Stall. Heute kann ich mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass das der einzig richtige Weg war. Ich arbeite seitdem nach dem Konzept was Timo für Mogambo erarbeitet haben. Von Grundlagen über Leistungssteigerung und Supersatz.

Sicher ist es ein langer Weg und man muss echt viel Zeit und Geduld mitbringen. Das ist das A und O beim Training. Ich habe es an Mogambo selber erfahren und gesehen wie wichtig es ist ihm die Zeit zu geben, die er braucht. Ich möchte eine Beziehung zu Mogambo haben und nicht nur ein Pferd sehen, das stumpf oder ängstlich dasteht und dann froh ist, dass es wieder in seine Box kann. Wenn ich heute in den Stall komme, dann sehe ich, dass mein Pferd mir entgegenkommt, mich nicht mehr aus den Augen lässt und wartet, dass ich was mit ihm mache.

Er ist selbstbewusster geworden, schaut nicht mehr so ängstlich und ist nicht mehr so auf der Hut. Ich stelle ihn zum Putzen auf die Gasse und binde ihn nicht an. Er bleibt dort stehen und geht nicht vor mir weg. Er geht mit mir auf die Rampe eines Anhängers ohne Angst, obwohl wir das noch nicht mal geübt hatten. Ich wollte ihn eigentlich nur mal schnuppern lassen. Als er dann aber den ersten Schritt auf die Rampe gemacht hatte, dachte ich „okay mal schauen wie weit er geht“.

Im Training sind wir beim Satteln und Ansitzen. Mogambo ist viel entspannter, wenn ich den Sattel auflege, wobei er sonst immer die Schweifrübe eingezogen hatte und den Kopf hoch nahm, als wolle er sich auflösen. Das Ansitzen klappt auch schon sehr gut. Sicher muss ich auch an mir arbeiten. Denn so ganz ohne Ängste wird das Aufsitzen bei mir auch nicht sein.

Jedenfalls möchte ich und auch mein Mann Timo und Gloria unseren Respekt zum Ausdruck bringen. Ihr seid ein tolles Team und ich wünschte mir viele Pferdebesitzer sollten sich mal überlegen, was sie ihrem Pferd antun.

Ich werde weiter mit Mogambo nach Timos Konzept arbeiten und freue mich, wenn beide wieder auf der Nordtour sind und zu uns kommen.

 

 

Rückmeldung Sabine Szalkau

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