GESCHICHTE VON Lena und Yoshi

Thema: Jungpferdeausbildung

Ich bin Lena 27 Jahre alt und seit 3 Jahren Besitzerin eines 6 jährigen Irish Cob. Ich habe damals das Pferd von einer sehr guten Bekannten und meiner früheren Reitlehrerin die eben diese Irish cobs züchtet gekauft. Ich habe ihr so vertraut, dass ich gesagt habe ich möchte bitte kein rohes Pferd, das traue ich mir nicht zu. Sie hat ihn mir dann ziemlich schnell angeritten, habe mir nichts dabei gedacht, dachte, sie wird wissen was sie tut, sie kennt die Rasse besser, sie züchtet sie ja auch. Ich bin mehrmals zu ihr in den Schwarzwald gefahren und habe das Pferd besucht und bin ihn auch mal geritten, bzw. Wurde ich erstmal geführt, da er noch nicht so weit war. Da lief alles super?

Dann kam der Tag des abholens, mein Pferd ist problemlos in den Hänger gestiegen, ist Problemlos 3 Stunden mit uns gefahren, ich war total begeistert?

Zuhause habe ich ihn erstmal paar Tage ankommen lassen, habe ihm den Hof gezeigt, die Halle, den Reitplatz und er hat sich langsam an die Koppelzeiten gewöhnt. Er war immer total relaxt und ich dachte, wow was ein Traumpferd. Ich muss dazu sagen, vor ihm hatte ich einen Haflinger, mein absolutes Seelenpferd, aber auch ein großer Rebell, er hat mir damals meinen letzten Nerv geraubt, ich war es gewohnt dass das Pferd mitten auf dem Feld mit Reiter oder auch ohne umdreht und rennt, ich war es gewohnt dass ich beim longieren durch den Platz gezogen wurde usw.

Da musste ich mich jetzt erstmal umgewöhnen, ich bin mit Yoshi meinem neuem Gefährten das erste Mal mit Führkette spazieren gegangen, aus Angst es passiert wieder. Aber er hat mir ganz schnell gezeigt, dass er eben nicht mein Haflinger ist.
Ja und dann fingen doch paar Problemchen an. Als ich das erste Mal geritten bin, war ich in der Halle, es lief alles super, wir sind paar Bahnen geritten, paar Figuren, wir waren beide sehr konzentriert. Bis ich da oben die verhedderte Mähne von der Zügel befreien wollte, auf einmal erschreckt sich Yoshi so arg, galoppiert los und verliert mich, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte. Das war wieder ein Rückschlag für mich, ich hatte wieder Angst. Ich wurde dann oft von meinen Miteinstellerinnen überzeugt weiter zu reiten und immer wieder drauf zu gehen, damit ich die Angst verliere, ich habe gemerkt,  Yoshi ist vom Boden, das liebste Pferd, nicht schreckhaft, nicht böse, er vertraut mir. Sobald ich oben saß konnte ich mich nicht mehr bewegen, jede falsche Bewegung hat uns zum rennen gebracht und mir immer mehr Angst gemacht. Im Gelände sind wir oft nur ein paar Schritte losgetrabt als er sich erschreckte aber es gab auch Tage, da ist er völlig durchgegangen und hat mich auch abgeworfen. Meine Angst war immer dabei, ich habe überall Gefahr gesehen.

Ich wusste dann nicht mehr weiter und habe mir eine Reitlehrerin geholt, da lief es ziemlich gut, dachte ich, aber wir waren auch irgendwie nicht weiter gekommen, ich stand auf der Stelle. Mich hat es weniger gestört, da ich seit über einem Jahr nicht reiten kann, aus Gesundheitlichen Gründen (wurde jetzt operativ behoben und ich hoffe es ist bald wieder soweit?). Dann habe ich eben die Bodenarbeit mit ihm gemacht, das Training, was wir eigentlich schon konnten ? unser Problem war nicht der Boden, dachte ich immer.

Dann kam ich eines Tage vormittags in den Stall, und sehe dort ein paar Mädels von uns, und Timo mit seiner Frau? ich muss sagen, ich verfolge Timo schon eine ganze Weile, damals schon mit meinem Haflinger und war immer so begeistert wie er das schafft, sämtliche Probleme zu lösen, ich habe einen riesen Respekt davor, dass ein Mensch mit diesem Schicksal sich so aufgerappelt hat und sein Leben so toll meistert und mit Lebewesen diese Bindung findet die sich jeder Pferdefreund wünscht. Das mal by the way?… Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut ihn und seine Frau zu sehen ? ich habe etwas zugeschaut und wurde dann doch ziemlich schnell integriert, da jemand ausgefallen ist.
Dann habe ich meinen kleinen Yoshi vorgestellt, habe ihm meine Probleme erzählt.

Timo war der erste Trainer, der sagte es liegt nicht nur an mir. Auch Pferde haben Fehler. Ich habe mir nämlich so Vorwürfe gemacht, dass ich alles mit meiner Angst kaputt mache. Timo hat mir Hoffnung gemacht, hat gesagt es ist noch nicht zu spät, wir fangen ganz von vorne an und da ich die Zeit habe, war ich damit mehr als einverstanden ?

Ich war natürlich einerseits auch skeptisch, obs wirklich klappt oder ob wir wieder nur auf der Stelle treten. Aber als Timo dann mein Pferd analysiert hat, wurde mir klar, er ist meine letzte Chance und er schafft das auch, meine Angst loszuwerden und die Bindung zu mir und Yoshi mehr aufzubauen.

Ich habe mein erstes Trainingskonzept bekommen und habe schon nach der 2. Woche eine Veränderung gesehen. Yoshi wusste was ich wollte und er hat mir auch deutlich gezeigt wenn ich was falsch gemacht hatte. Unsere erste Aufgabe war, dass er mal aus seinem langsamen Trott raus kommt. (ich dachte immer das wäre normal bei so einer Rasse ??). Aber nein, ich habe den Unterschied gemerkt, das Pferd hat mehr Schwung gehabt, er schnaubte öfter ab und im allgemeinen sah er viel lockerer aus.

Beim 2. Mal als Timo dann kam, haben wir ein gutes Feedback bekommen und das hat mich noch mehr gepusht?. Es ist schön nicht immer negative Dinge von seinem Trainer zu hören ? das schätze ich sehr.

Wir hatten jetzt insgesamt 3x Training mit Timo und jetzt kann ich sagen, es ist der Hammer. Yoshi und ich sind so gut zusammengewachsen, unsere Bindung wurde noch viel viel mehr. Wir laufen spazieren ohne Strick, trotz das Gras am Wegesrand ist folgt er mir (ich habe natürlich den Strick immer um den Hals bei ihm hängen, damit ich ihn immer fest habe falls was ist ?). Er kommt wenn ich ihn rufe, er hat sehr gut abgenommen ? und er ist viel sportlicher geworden. Ich freue mich, wenn es ans Reiten geht, ich habe jetzt schon das Gefühl, dass meine Angst immer mehr schwindet und die Vorstellung sich wieder drauf zu setzen mir keine Bauchschmerzen mehr macht ? ich kann es nur empfehlen.

Rückmeldung Lena Fildebrand 1

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