Die Geschichte von Lea und Ricci

Thema: Leistungsaufbau

Meine Westfalenstute Ricci ist nun seit 2013 an meiner Seite, seit dem haben wir viele Auf‘s und Ab‘s erlebt. 
Unter anderem gab es immer wieder Probleme mit Blockaden, sodass sie sich oft hinter dem Zügel „verkrochen“ hat, sehr triebig war für ihre 12 Jahre und auch sonst taktunklar gelaufen ist, da es immer irgendwo gedrückt hat. Natürlich war der Osteo da und hat die Blockaden gelöst, jedoch kamen die selben Probleme immer und immer wieder. Auch an ihrem Gangbild hat sich nicht sonderlich viel getan. 
Durch eine Freundin im Stall kam ich dann auf Timo und Gloria, welche ich vorher gar nicht kannte. Wir hatten dann unseren ersten Praxistag im Juni, wo Timo meinte, dass sie wohl ein schiefes Becken haben könnte, was unteranderem Ursache für das taktunklare Gangbild seien könnte. Zudem ist sie zu dem Zeitpunkt fast nur auf der Vorderhand gelaufen und hat sich schwer getan, Last auf die Hinterhand aufzunehmen.
Also haben wir zunächst einmal ein Termin beim Osteo ausgemacht, der die Schiefstellung des Beckens behoben hat und auch weitere Blockaden gelöst hat. Dann konnten wir erstmal schmerzfrei, aber mit einer Menge an Schonhaltung und unzureichender Muskulatur in das Training starten. Unser Trainingskonzept sah erstmal nur zwei Einheiten Leistungssteigerung pro Woche und viel Spazierengehen vor. 
Nachdem wir dieses Konzept 6 Wochen abgearbeitet haben, stand ein weiterer Praxistag an, wo vor es mir ehrlich gesagt ein bisschen mulmig zumute war, denn ich hatte zwar gesehen, dass sie vermehrt Last auf die Hinterhand aufnimmt, aber mehr kommt ich erstmal nicht sehen. Da ich Ricci natürlich jeden Tag gesehen habe, fällt einem ein Unterschied meist weniger auf, als jemand der sie das letzte Mal vor 6 Wochen gesehen hat. 
Durch viel Lob von Timo und Gloria hab ich wieder neue Motivation geschöpft das nächste Trainingskonzept für die nächsten 8 Wochen abzuarbeiten. Auch vom Osteo bekamen wir gutes Feedback, dass sich das Becken und die anderen Blockaden nicht wieder eingeschlichen haben, sondern Ricci sehr viel Muskulatur aufgebaut hat, die ihr Becken mehr stabilisieren konnte. 
Trotz allem war aber noch Luft nach oben, weshalb wir wieder mit einer intensiveren Leistungssteigerung bis zum nächsten Praxistag Mitte September trainiert haben. Innerhalb dieser 8 Wochen hat Ricci einen riesigen Sprung gemacht, sie wurde erstmals mal wieder aufmüpfig (was mich aber riesig gefreut hat, da nun wieder Leben in dieses Pferd kam, welches vorher einfach immer nur gehorcht hatte), sie wurde viel fleißiger, sodass ich ihr nicht mehr „hinterher hechten“ musste. Auch hat sie ihre Konzentration immer mehr auf mich gerichtet und weniger auf die Pferde um sie herum und vor allem ihr Gangbild wurde von Training zu Training immer besser und ich optimistischer, dass wir aus diesem Teufelskreis raus kommen. Denn wir hatten endlich eine Trainingsmethode gefunden, bei der ihre Gesunderhaltung gefördert und unterstützt wird, anstatt dass sich die alten Probleme wieder einschleichen.
Ich war total froh, dass nicht nur ich diese Entwicklung sah, sondern auch Timo und Gloria waren begeistert von einer derartig großen Entwicklung innerhalb von 14 Wochen!
Nun sind wir dabei mit zwei Einheiten Grundlage pro Woche zusätzlich ihre unsichere Art in den Griff zu bekommen und fangen nun mit reduktiver Konvergenz uns ans Satteln heranzutrauen, da sie durch ihre Vergangenheit das Satteln immer mit Schmerz verbunden hat und nun lernen muss, dass sie nun schmerzfrei ist und ein Sattel nun nicht mehr drückt oder Reiten an sich unangenehm ist. Außerdem haben wir wieder eine sportliche Einheiten Leistungssteigerung und Pyramidentraining, damit Ricci weiter Muskulatur aufbaut und vor allem ihrem Gangbild noch den Feinschliff verpasst.

 

Rückmeldung Lea Scheitweiler 1

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